Zum Stück

Frauen verweigert euch!

In der gesellschaftskritischen, derben Komödie  Lysistrata von Aristophanes entwickeln die Frauen aus Athen und Sparta 411 v. Chr. einen Plan, wie der zwanzig Jahre dauernde Krieg beendet werden kann.

Lysistratas Name ist Motto und kann mit „Heerauflöserin“ übersetzt werden. Sie ruft Frauen aus allen Stadtstaaten Griechenlands zusammen, um durch eine letztendlich sehr effektive Massnahme dem Krieg ein Ende zu bereiten: Sexentzug! Die Frauen werden sich ihren Männern so lange verweigern, bis endlich Frieden ist. Liebestoll, wie die meisten der Frauen selbst sind, wird es eine schwierige Herausforderung.

Geld ist Macht und so sichern sich die Frauen zusätzlich die Kriegskasse. Die aufgebrachten Männer versuchen die Barrikaden anzuzünden. Es gelingt den Frauen jedoch, ohne die Hilfe irgendeines Mannes, das Feuer zu löschen.

Am Ende des Stückes zeichnet sich ab, dass Lysistrata und ihr inszenierter Sex-/Liebesentzug auf der ganzen Linie siegen wird.

Das Stück Lysistrata-Protokoll von Marco Hausammann-Gilardi greift die Struktur und den inhaltlichen Ansatz des Originals auf. Thematisch werden die beiden Kernpunkte Feminismus und Pazifismus vertieft. Der Sexentzug wird zur weiblichen Machtdemonstration. Mit dem Erbeuten der Kriegskasse erzwingen die Frauen die Gleichberechtigung. Selbstbewusst nehmen sie die besiegten Männer wieder in ihren Reihen auf. Gemeinsam wird eine Zukunft auf den Stützpfeilern Gleichberechtigung, Demokratie und Solidarität geplant. Und dann packen sie es an, die alten Griechinnen und Griechen!

(Moderne Übersetzung übernehmen wissenschaftlich korrekt die derbe Ausdrucksweise des Originals. Auch das Lysistrata-Protokoll folgt dieser Tradition)

Marion Koch liest den Text „Zum Stück“

 

Ein Projekt des ZES Zentrum für Entwicklung im Schauspiel. Ganzheitliches Method Acting Schauspiel und Filmschauspiel auf der Basis von Konstantin Stanislavski, Lee Strasberg, Sandford Meisner, Stella Adler, Uta Hagen und Marco Hausammann-Gilardi.